der garten

 
 

Die Konzeption des Gartens sollte die Bauweise und Herkunft des Hauses aus Finnland wieder spiegeln, wobei der sich stets wandelnde Charakter und die Offenheit des Gartens mit berücksichtigt wurde. Er ist gleichermaßen Natur-Raum wie Kunst- & Phantasie-Raum. Als großteils skandinavischer Naturgarten soll er ein ökologischer Ort sein, in dem sich Bewohner, Gäste, Haustiere genauso wohl fühlen sollen, wie die zahlreichen heimischen Vogelarten, die das Areal bevorzugt aufsuchen.

Zunächst kurz zum Aspekt des Natur-Raums: Auch bei diesem Entwurf ließen wir uns wiederum leiten vom Gedanken gartengestalterischer Innovation, als deren Resultat wir auf der schattigen Nordseite einen Moos- und Steingarten geschaffen haben, in den wir anstatt der handelsüblichen exotischen Sträucher und Büsche einige große bemooste Baumwurzeln (Totholz) aus dem nahen Wald integriert haben. Die weitere Anpflanzung junger Birken und einheimischer Waldsträucher wird diesen Gestaltungsbereich abrunden.

Nach Osten und Süden begrenzt die bereits erwähnte Mauer aus Naturstein-Gabionen auf 30 Metern und 2,30 m hoch das Areal. Diese extra aus Italien angelieferten punktgeschweißten 1x1x0,5 m messenden Behälter aus korrosionsfreiem Edelstahl wurden mit tausenden kleinen Findlingen aus der Region einzeln von Hand befüllt - eine Monate dauernde, anstrengende Arbeit. Im oberen Bereich wurden künstlerische Themen-Artefakte im Stil von Intarsien integriert, wie alte Telefone, Schreibmaschinen, Werkzeuge, Metallobjekte u.ä.. Die schräg geneigte Oberkante der Gabionen wurde mit rund 200 kobaltblauen leeren Flaschen versehen, was bei entsprechender Sonneneinstrahlung einen faszinierenden ästhetischen Lichteffekt erzeugt. Wir betrachten diese Gabionen-Mauer denn auch weniger als Begrenzung, sondern in dieser Form als derzeit - vielleicht sogar deutschland-weit - einzigartige Kunst-Installation. Eine teilweise Umrankung mit Efeu ist vorgesehen. Nach Osten hin wurde noch zusätzlich ein natürlicher Carport ganz aus Weiden gebaut, sowie ein Weiden-"Tunnel" nahe entlang des östlichen Hauswand.

Nach Westen hin ist das Areal hingegen baulich offen geblieben und wurde nur durch eine 35 m lange Naturstein-Trockenmauer mit entsprechender Geländeaufschüttung abgehoben. Heimische Gräser, Farne, Sträucher und Büsche sorgen ausreichend für Blickschutz und Intimität.

Als Kunst- und Phantasie-Raum dient der Naturgarten aber auch als Ort für Malerei, Skulpturen, Installationen sowie Wechsel-Exponate der "land art" im Stile Andy Gouldsworthy. Er wurde so konzipiert, dass sich die natürlichen Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer ihm wieder spiegeln können und mit allen Sinnen wahrgenommen werden können. Ein fast zwei Meter großes Windspiel übersetzt den fast täglichen Wind in eine beruhigende Klangwelt, Im Baum hängende Wollfäden, aber auch Fahnen zeigen auch optisch, woher der Wind weht. Eine große Feuerstelle weist diesem Element seinen Platz zu, während bei Regen das in einem großen Kupferkessel aufgefangene Regenwasser eine ganz eigene beruhigende Intonation mit sich bringt. Für die Zukunft ist eine große Steinstele geplant, aus der oben stetig das Wasser herausrinnt.